Vorgestern habe ich meine Kündigung eingereicht.
Nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit, mit guten Phasen, mit schlechte Phasen, habe ich mich nun für einen beruflichen Neustart entschieden.
Was soll ich sagen. Es ist ein tolles Gefühl.
Einfach auf seine innere Stimme, sein Bauchgefühl zu hören.
Ich fühle mich wie kurz nach dem Abi, als gefühlt alles offen war.
Total frei und beschwingt, und vor allem zuversichtlich.
Ich habe eine Kündigungsfrist von 4 Monaten und bin jetzt erst einmal guten Mutes, dass ich in dieser Zeit was nettes für mich finde.
Die Entscheidungsphase war krass. Emotional ein totales Auf und Ab. Und natürlich auch immer das Stimmchen: "Was, wenn das eine total blöde Idee ist? Was, wenn du in ein totales Idiotenunternehmen gerätst? Was, wenn du in einer totalen Downphase landest?"
Seit dem Kündigungsgespräch ist dieses Stimmchen etwas leiser geworden. Mir ist bewusst, dass es bestimmt mal wieder kommt, vielleicht nach einem schrecklichen Bewerbungsgespräch, oder wenn die ersten Absagen kommen.
Bestimmt gibt es auch mal Phasen, in denen ich meine Entscheidung nicht mehr so toll finde.
Aber es macht mir Mut, dass das erste Gefühl nach der Aussprache eine tiefe Erleichterung war.
Und ich finde es schön zu sehen, dass die Reaktionen durchweg positiv sind. Vorhin sagte eine liebe Kollegin, dass sie fast ein bisschen neidisch sei.
Sicherlich ist es ein Privileg, sein Ding machen zu können, keine größeren Verantwortungen für andere zu tragen, niedrige Lebensunterhaltungskosten zu haben.
Es war dieses Gefühl: Jetzt oder nie.
Mal sehen wohin mich dieses Gefühl bringt.
Donnerstag, 27. April 2017
Donnerstag, 20. April 2017
Veränderungen
Als Erik und Paul ganz frisch verstorben waren, habe ich den Impuls gehabt, auch den Rest meines Lebens hinzuschmeißen. Alles hinter mir zu lassen, Wohnung, Job, Stadt, Land.
Ich wollte dem Bruch in meinem Leben ein Gesicht geben.
Leider bin ich nicht so der Typ für radikale Neuanfänge. Ich finde es bewundernswert und toll, wenn Menschen sich trauen, unkonventionelle Wege zu gehen.
Ich hatte dagegen den letzten Rest Vertrauen in mich und ins Leben verloren.
Es ist langsam nachgewachsen. Immer noch wachsam und etwas unsicher, aber ich lerne langsam, für mich einzustehen.
Und so stehe ich gerade wieder an einem Scheideweg.
Es gab einen sehr ärgerlichen und verletzenden Vorfall auf Arbeit.
Totale Banalitäten in Anbetracht von anderen Verletzungen in meinem Leben, einerseits.
Ich konnte gar nicht groß darüber nachdenken und bin direkt zu meinem Vorgesetzten gerauscht und hab gemotzt. Super Gefühl!
Die Konsequenz liegt klar und deutlich vor mir, denn es gibt natürlich auch dieses neue: andererseits.
Zwei Seiten der selben Medaille.
Warum verharren, erstarren, aushalten, wenn man auch mutig sein kann und vielleicht sogar noch etwas viel viel besseres erhält?
2017, vielleicht wirst du doch wilder als gedacht.
Ich wollte dem Bruch in meinem Leben ein Gesicht geben.
Leider bin ich nicht so der Typ für radikale Neuanfänge. Ich finde es bewundernswert und toll, wenn Menschen sich trauen, unkonventionelle Wege zu gehen.
Ich hatte dagegen den letzten Rest Vertrauen in mich und ins Leben verloren.
Es ist langsam nachgewachsen. Immer noch wachsam und etwas unsicher, aber ich lerne langsam, für mich einzustehen.
Und so stehe ich gerade wieder an einem Scheideweg.
Es gab einen sehr ärgerlichen und verletzenden Vorfall auf Arbeit.
Totale Banalitäten in Anbetracht von anderen Verletzungen in meinem Leben, einerseits.
Ich konnte gar nicht groß darüber nachdenken und bin direkt zu meinem Vorgesetzten gerauscht und hab gemotzt. Super Gefühl!
Die Konsequenz liegt klar und deutlich vor mir, denn es gibt natürlich auch dieses neue: andererseits.
Zwei Seiten der selben Medaille.
Warum verharren, erstarren, aushalten, wenn man auch mutig sein kann und vielleicht sogar noch etwas viel viel besseres erhält?
2017, vielleicht wirst du doch wilder als gedacht.
Donnerstag, 23. Februar 2017
Uns trennt das Leben
Am kommenden Sonntag findet eine Gedenkveranstaltung für früh verstorbene Kinder statt, an dem ich, zusammen mit einer Pastorin und anderen verwaisten Eltern, mitwirke.
Die vergangenn Wochen standen dadurch viel im Zeichen von Erik und Paul. Es gab einige Vorbereitungstreffen, und während wir unsere Texte entwickelten und viel über unsere Kinder sprachen, passierte noch etwas anderes. Es wurde ein Tor aufgemacht, und dahinter lag die ungeschminkte Realität. Ich fühlte mich so sehr als Mutter, wie schon lange nicht mehr.
Oft existiere ich wie in einem Paralleluniversum. Man trifft oder spricht alte Freunde oder Verwandte, man erzählt so dies und das, aber dieses eine schwere Thema wird mehr und mehr ausgeklammert.
Es fängt an, in den Erinnerungen der Menschen zu verblassen, es ist nicht mehr so wichtig.
Ich merke mehr und mehr, wie ich mich eher den Menschen in meinem Leben zuwende, die ähnliches durchmachten mussten wie ich.
Ist das nun eine Art Schicksalsarroganz? Vielleicht ein bisschen, ja.
Ich denke an einen Geburtstag vor ein paar Wochen, wo ich viele Leute wiedersah, die ich teilweise seit Jahren nicht gesehen habe. Alles keine engen Freunde, halt so Leute, die man 1, 2 Mal auf einer Party gesehen hat. Und ich hatte genau 0 Bedürfnis, mich mit irgendwem von ihnen zu unterhalten.
Es ging viel um Kinder, und die die keine Kinder hatten unterhielten sich über ihre Jobs oder Reisen.
Mich hat es selbst erschreckt, wie anti ich teilweise geworden bin. Als müsste man ständig über tote Babies reden.
Aber Tod und Trauer ist ein so großer Bestandteil meines Lebens geworden, dass ich nicht mehr zurück kann. Ich will nicht vergessen oder verdrängen, will nicht lächeln und den schönen Schein wahren, wenn mir nicht danach ist.
Vielleicht ist es der Wunsch, als Ganzheit gesehen zu werden. Die meisten sehen nur Teile von mir, und haben auch gar nicht das Bedürfnis weiter zu schürfen.
Das ist okay. Aber es vergrößert den Graben zwischen dem was ist, und dem was scheint.
Ich will keinen Schein. Ich will das echte Leben.
Die vergangenn Wochen standen dadurch viel im Zeichen von Erik und Paul. Es gab einige Vorbereitungstreffen, und während wir unsere Texte entwickelten und viel über unsere Kinder sprachen, passierte noch etwas anderes. Es wurde ein Tor aufgemacht, und dahinter lag die ungeschminkte Realität. Ich fühlte mich so sehr als Mutter, wie schon lange nicht mehr.
Oft existiere ich wie in einem Paralleluniversum. Man trifft oder spricht alte Freunde oder Verwandte, man erzählt so dies und das, aber dieses eine schwere Thema wird mehr und mehr ausgeklammert.
Es fängt an, in den Erinnerungen der Menschen zu verblassen, es ist nicht mehr so wichtig.
Ich merke mehr und mehr, wie ich mich eher den Menschen in meinem Leben zuwende, die ähnliches durchmachten mussten wie ich.
Ist das nun eine Art Schicksalsarroganz? Vielleicht ein bisschen, ja.
Ich denke an einen Geburtstag vor ein paar Wochen, wo ich viele Leute wiedersah, die ich teilweise seit Jahren nicht gesehen habe. Alles keine engen Freunde, halt so Leute, die man 1, 2 Mal auf einer Party gesehen hat. Und ich hatte genau 0 Bedürfnis, mich mit irgendwem von ihnen zu unterhalten.
Es ging viel um Kinder, und die die keine Kinder hatten unterhielten sich über ihre Jobs oder Reisen.
Mich hat es selbst erschreckt, wie anti ich teilweise geworden bin. Als müsste man ständig über tote Babies reden.
Aber Tod und Trauer ist ein so großer Bestandteil meines Lebens geworden, dass ich nicht mehr zurück kann. Ich will nicht vergessen oder verdrängen, will nicht lächeln und den schönen Schein wahren, wenn mir nicht danach ist.
Vielleicht ist es der Wunsch, als Ganzheit gesehen zu werden. Die meisten sehen nur Teile von mir, und haben auch gar nicht das Bedürfnis weiter zu schürfen.
Das ist okay. Aber es vergrößert den Graben zwischen dem was ist, und dem was scheint.
Ich will keinen Schein. Ich will das echte Leben.
~
Das hier geht an alle, die mir ihre Liebe gaben
Es war schön, ein Stück davon gehabt zu haben
Das geht raus an alle Leute, die ich geliebt
Es ist schön, dass es euch gibt.
Das hier geht an jeden, der mir zu nahe stand
Und von mir verletzt wurde durch das, was uns verband
Jetzt trennt uns das Leben und doch -
Ich lieb Euch immer noch
Es war schön, ein Stück davon gehabt zu haben
Das geht raus an alle Leute, die ich geliebt
Es ist schön, dass es euch gibt.
Das hier geht an jeden, der mir zu nahe stand
Und von mir verletzt wurde durch das, was uns verband
Jetzt trennt uns das Leben und doch -
Ich lieb Euch immer noch
~
Dienstag, 3. Januar 2017
Gedanken zum Jahreswechsel
Und Weihnachten kam. Und war wahrhaftig schön.
Dieses Jahr war ich erstmalig bei meiner Schwiegerfamilie in spe, 500 km weit weg von zu Hause.
Ich war, zugegeben, ein bisschen skeptisch, ob das eine gute Idee sei, schließlich ist Weihnachten ja nicht ganz unbelastet was fehlende Familienmitglieder angeht.
Aber die Eltern meines Freundes sind bisher immer sehr sensibel mit meiner Vorgeschichte umgegangen, und so fühlte ich mich in guten Händen.
Und so kam es dann auch, dass ich an Heiligabend nach erfolgter Beschenkung und leckerem Essen vollkommen selig auf der Schlafcouch lag und Zwiesprache mit Erik und Paul hielt, und ihnen für alles dankte.
Sie haben so viel Liebe in mein Leben gebracht und mein Leben immer hell gemacht, wenn es am dunkelsten war.
Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, dass mir so viel schönes widerfährt. Dass ich geliebt werde. Dass ich akzeptiert werde. Dass alles schlimme und traurige zu mir dazu gehört und mich "ganz" macht.
Ja, ich habe immer noch ganz viel Angst vor Verlust und Kummer.
Mein Freund und ich schmieden viele schöne Pläne, und ab und zu meldet sich ein kleines Stimmchen "aber was, wenn nicht...?"
Oder die Angst um die eigenen Eltern, die Geschwister, die Freunde... je mehr schönes man hat, desto mehr schönes kann man verlieren.
Aber es tut so gut, wieder ein bisschen nach vorne schauen zu können.
Wieder Spaß am Planen zu bekommen.
Klar zu sehen - wer und was tut mir gut in meinem Leben? Woran halte ich fest?
Auch im vergangenen Jahr haben einige Freund- oder Bekanntschaften Federn lassen müssen. Dafür wurden andere vertieft.
2017... ich bin gespannt auf dich.
Dieses Jahr war ich erstmalig bei meiner Schwiegerfamilie in spe, 500 km weit weg von zu Hause.
Ich war, zugegeben, ein bisschen skeptisch, ob das eine gute Idee sei, schließlich ist Weihnachten ja nicht ganz unbelastet was fehlende Familienmitglieder angeht.
Aber die Eltern meines Freundes sind bisher immer sehr sensibel mit meiner Vorgeschichte umgegangen, und so fühlte ich mich in guten Händen.
Und so kam es dann auch, dass ich an Heiligabend nach erfolgter Beschenkung und leckerem Essen vollkommen selig auf der Schlafcouch lag und Zwiesprache mit Erik und Paul hielt, und ihnen für alles dankte.
Sie haben so viel Liebe in mein Leben gebracht und mein Leben immer hell gemacht, wenn es am dunkelsten war.
Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, dass mir so viel schönes widerfährt. Dass ich geliebt werde. Dass ich akzeptiert werde. Dass alles schlimme und traurige zu mir dazu gehört und mich "ganz" macht.
Ja, ich habe immer noch ganz viel Angst vor Verlust und Kummer.
Mein Freund und ich schmieden viele schöne Pläne, und ab und zu meldet sich ein kleines Stimmchen "aber was, wenn nicht...?"
Oder die Angst um die eigenen Eltern, die Geschwister, die Freunde... je mehr schönes man hat, desto mehr schönes kann man verlieren.
Aber es tut so gut, wieder ein bisschen nach vorne schauen zu können.
Wieder Spaß am Planen zu bekommen.
Klar zu sehen - wer und was tut mir gut in meinem Leben? Woran halte ich fest?
Auch im vergangenen Jahr haben einige Freund- oder Bekanntschaften Federn lassen müssen. Dafür wurden andere vertieft.
2017... ich bin gespannt auf dich.
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Aufatmen
Am vergangenen Sonntag, den 11. Dezember, war der Weltgedenktag für verstorbene Kinder.
Jeden 2. Sonntag im Dezember wird seit vielen Jahren um 19 Uhr eine Kerze für all diejenigen Kinderseelen entzündet, die uns vorausgegangen sind.
Ich habe mich mit zwei Freundinnen aus meiner Elterngruppe getroffen, außerdem waren mein Freund und meine Schwester dabei.
Wir gingen erst in Ruhe Pizza essen, quatschten viel und machten uns dann anschließend auf in den Gedenkgottesdienst im Hamburger Michel.
Es waren so viele Leute da!
Als erstes entzündeten wir Kerzen für unsere Söhne und Töchter, dann setzten wir uns irgendwo in der Mitte in eine der Bankreihen.
Es folgten eine sehr schöne Predigt, ein paar Lieder und schließlich auch einige Eltern, die von ihren verstorbenen Kinder erzählten und Briefe an sie vorlasen.
Ich glaube, ich habe lange nicht mehr so viel und fürchterlich geweint.
Es war kaum zu ertragen, und auch wenn die Geschichten andere waren, die Kinder schon älter als meine, teils erwachsen, so eint doch alle dieser schlimmste Schmerz: sein Kind verloren zu haben.
So seltsam das auch von außen anmuten mag - diese Gemeinschaft von Trauernden und das gemeinsame Weinen mit Hunderten - das war wie ein Aufatmen, nach langer Zeit des Luftanhaltens.
Meine Freundinnen und ich standen zuletzt einfach nur Arm in Arm da und sangen das letzte Lied zusammen, wie Felsen in der Brandung. So alt und müde und schwer, und doch so stark und vor allem - gemeinsam.
Ich konnte sein, wer ich bin - ohne Alltagsmaske, ohne Chichi, einfach nur eine trauernde Mutter.
In all dem Advents- und Weihnachtstralala war das eine unglaublich wohltuende Erfahrung, die ich jedem Betroffenen nur empfehlen kann.
Jetzt kann Weihnachten kommen.
Jeden 2. Sonntag im Dezember wird seit vielen Jahren um 19 Uhr eine Kerze für all diejenigen Kinderseelen entzündet, die uns vorausgegangen sind.
Ich habe mich mit zwei Freundinnen aus meiner Elterngruppe getroffen, außerdem waren mein Freund und meine Schwester dabei.
Wir gingen erst in Ruhe Pizza essen, quatschten viel und machten uns dann anschließend auf in den Gedenkgottesdienst im Hamburger Michel.
Es waren so viele Leute da!
Als erstes entzündeten wir Kerzen für unsere Söhne und Töchter, dann setzten wir uns irgendwo in der Mitte in eine der Bankreihen.
Es folgten eine sehr schöne Predigt, ein paar Lieder und schließlich auch einige Eltern, die von ihren verstorbenen Kinder erzählten und Briefe an sie vorlasen.
Ich glaube, ich habe lange nicht mehr so viel und fürchterlich geweint.
Es war kaum zu ertragen, und auch wenn die Geschichten andere waren, die Kinder schon älter als meine, teils erwachsen, so eint doch alle dieser schlimmste Schmerz: sein Kind verloren zu haben.
So seltsam das auch von außen anmuten mag - diese Gemeinschaft von Trauernden und das gemeinsame Weinen mit Hunderten - das war wie ein Aufatmen, nach langer Zeit des Luftanhaltens.
Meine Freundinnen und ich standen zuletzt einfach nur Arm in Arm da und sangen das letzte Lied zusammen, wie Felsen in der Brandung. So alt und müde und schwer, und doch so stark und vor allem - gemeinsam.
Ich konnte sein, wer ich bin - ohne Alltagsmaske, ohne Chichi, einfach nur eine trauernde Mutter.
In all dem Advents- und Weihnachtstralala war das eine unglaublich wohltuende Erfahrung, die ich jedem Betroffenen nur empfehlen kann.
Jetzt kann Weihnachten kommen.
Donnerstag, 8. Dezember 2016
Advent, Advent
Lichterketten! Lebkuchen! Glühwein! Rote Wangen und rote Näschen! Mützen mit Bommel! Weihnachtsfeiern! Wichteln!
Wenn man denkt, dass der November in all seiner Elendigkeit schon bescheiden war, dann freut man sich erst recht über die schöne, glitzernde Einhornwelt vor Weihnachten.
Da werden Probleme einfach oblatisiert und geglühweint, mal bitte nicht so anstellen ihr Spaßbremsen, 3, 2, 1, SCHÖN.
Bah.
Seit Mitte November bin ich eigentlich fast durchgängig krank. Und wütend. Dann wieder traurig.
SCHÖN.
Es ist nicht so, dass ich Lichterketten nicht gern hätte. Oder Glühwein (Lumumba ist aber noch besser).
Wenn die Welt aber glitzert und funkelt, wird einmal mehr der harte Kontrast deutlich, den die Einsamkeit und Dunkelheit mit sich bringt.
Ich BIN nicht einsam, aber ich FÜHLE mich einsam.
Es gibt einige wenige, mit denen ich mich zum Glück austauschen kann, der harte Kern meiner Selbsthilfegruppe beispielsweise ist ein wahrer Segen.
Aber ansonsten bin ich gefühlt Lichtjahre weg vom normalen Betrieb.
Es ist so viel Trubel in mir. Und doch habe ich immer noch oft das Gefühl, auf der Stelle zu treten.
Den Tod meiner Jungs noch nicht verarbeitet zu haben. Zu viel Chaos bewältigt haben zu müssen.
Und dabei rast die Zeit nur so vorbei.
Bald ist 2017.
Werde ich je verstehen, was seit 2014 passiert ist?
Ich BIN nicht einsam, aber ich FÜHLE mich einsam.
Es gibt einige wenige, mit denen ich mich zum Glück austauschen kann, der harte Kern meiner Selbsthilfegruppe beispielsweise ist ein wahrer Segen.
Aber ansonsten bin ich gefühlt Lichtjahre weg vom normalen Betrieb.
Es ist so viel Trubel in mir. Und doch habe ich immer noch oft das Gefühl, auf der Stelle zu treten.
Den Tod meiner Jungs noch nicht verarbeitet zu haben. Zu viel Chaos bewältigt haben zu müssen.
Und dabei rast die Zeit nur so vorbei.
Bald ist 2017.
Werde ich je verstehen, was seit 2014 passiert ist?
Freitag, 4. November 2016
Pauls 2. Todestag
Am 29. Oktober 2014 ist mein kleiner Paul um 2:30 Uhr in meinen Armen gestorben.
Es sah lange so positiv für ihn aus, dass es für mich völlig unverständlich war, als es dann binnen Stunden auch für ihn zuende ging.
Ich hielt es nicht für möglich, dass ich das Prozedere der Sterbebegleitung noch ein zweites Mal überstehe. Ich war der festen Überzeugung, dass ich mich anschließend einfach in Luft auflösen würde.
Doch das Leben ist erbarmungslos geblieben, ich lebte einfach weiter, auch wenn damals all meine Hoffnung und jeglicher Wunsch zusammen mit Paul starben.
Ich existierte in einem Nichts aus Grau und Dunkel, und konnte mir nicht vorstellen, dass ich eines Tages die Sonne wieder sehen würde.
So war dann auch dieser 2. Todestag einer meiner Tiefstpunkte, und auch die Zeit zwischen den Todestagen schwer zu ertragen. Auch mein Körper: erschöpft, aktuell habe ich eine Blockade in der Brustwirbelsäule und bin eigentlich ein einziger wandelnder Schmerzpunkt.
Die Ausgangslage war eigentlich eine gute, es war Samstag, mein Freund war die ganze Zeit bei mir... und doch war ich den Tag über von einer tiefen Unruhe erfüllt.
Meine Fassade - nur ein gefühlter Hauch, und darunter tobender Irrsinn.
Wir holten gegen Mittag wieder drei Ballons, und mir war alles zu viel, die ganzen Menschen, der stürmische Wind, bekommen wir sie heil nach Hause...
Ironischerweise ging tatsächlich ein Ballon kaputt. Zu Hause. Vermutlich überdehnt, vom Kalten ins Warme.
Nachmittags trafen wir uns dann mit meiner Schwester und meiner Freundin F. und sind wieder zum Friedhof gefahren.
Auf dem Rückweg an einer schönen Koppel ließen wir dann Pauls Karte mit den verbleibenden zwei Luftballons auf die Reise gehen.
Von da an entspannte ich mich etwas. Mir war es so wichtig, dass ich Paul die gleiche Aufmerksamkeit zuteil werden ließ, wie Erik sie bekommen hatte.
Ich habe mir damit so großen Stress gemacht.
Mein Freund und ich fuhren noch mit zu F. und ihrer Familie, wo wir den Tag ausklingen ließen, Unmengen an Minipizzen und Baguettes aßen und Holzeisenbahn spielten.
Ein dunkler, trauriger Tag ging zuende. Mit viel Licht und Liebe für Paul im Herzen.
Ruhe auch du in Frieden, mein kleiner Schatz.
Es sah lange so positiv für ihn aus, dass es für mich völlig unverständlich war, als es dann binnen Stunden auch für ihn zuende ging.
Ich hielt es nicht für möglich, dass ich das Prozedere der Sterbebegleitung noch ein zweites Mal überstehe. Ich war der festen Überzeugung, dass ich mich anschließend einfach in Luft auflösen würde.
Doch das Leben ist erbarmungslos geblieben, ich lebte einfach weiter, auch wenn damals all meine Hoffnung und jeglicher Wunsch zusammen mit Paul starben.
Ich existierte in einem Nichts aus Grau und Dunkel, und konnte mir nicht vorstellen, dass ich eines Tages die Sonne wieder sehen würde.
So war dann auch dieser 2. Todestag einer meiner Tiefstpunkte, und auch die Zeit zwischen den Todestagen schwer zu ertragen. Auch mein Körper: erschöpft, aktuell habe ich eine Blockade in der Brustwirbelsäule und bin eigentlich ein einziger wandelnder Schmerzpunkt.
Die Ausgangslage war eigentlich eine gute, es war Samstag, mein Freund war die ganze Zeit bei mir... und doch war ich den Tag über von einer tiefen Unruhe erfüllt.
Meine Fassade - nur ein gefühlter Hauch, und darunter tobender Irrsinn.
Wir holten gegen Mittag wieder drei Ballons, und mir war alles zu viel, die ganzen Menschen, der stürmische Wind, bekommen wir sie heil nach Hause...
Ironischerweise ging tatsächlich ein Ballon kaputt. Zu Hause. Vermutlich überdehnt, vom Kalten ins Warme.
Nachmittags trafen wir uns dann mit meiner Schwester und meiner Freundin F. und sind wieder zum Friedhof gefahren.
Auf dem Rückweg an einer schönen Koppel ließen wir dann Pauls Karte mit den verbleibenden zwei Luftballons auf die Reise gehen.
Von da an entspannte ich mich etwas. Mir war es so wichtig, dass ich Paul die gleiche Aufmerksamkeit zuteil werden ließ, wie Erik sie bekommen hatte.
Ich habe mir damit so großen Stress gemacht.
Mein Freund und ich fuhren noch mit zu F. und ihrer Familie, wo wir den Tag ausklingen ließen, Unmengen an Minipizzen und Baguettes aßen und Holzeisenbahn spielten.
Ein dunkler, trauriger Tag ging zuende. Mit viel Licht und Liebe für Paul im Herzen.
Ruhe auch du in Frieden, mein kleiner Schatz.
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