2020, ey. Lange nicht mehr so gute persönliche Voraussetzungen gehabt für ein neues Jahr, und was kommt dann? Ne Pandemie.
Im März dachte ich eine Zeit lang, dass wir spätestens im Mai alle entweder krank oder tot, aber zumindest im trockenen Ödland um das letzte Benzin kämpfend dastehen.
Dann starben zum Glück, zumindest in Deutschland, vergleichsweise wenig Menschen an Corona, und statt Mad Max-mäßig mit geschorenen Häuptern rumzufahren wurde lieber um Klopapier gekämpft.
Es ist alles wieder etwas entspannter, ich war sogar mal live beim Yoga und unter Menschen, aber so richtig "vorbei" fühlt es sich für mich noch nicht an (und ist es wohl auch nicht).
Der Schreck sitzt mir noch zu tief in den Knochen, und es war krass zu erleben, dass ein weiteres Mal im Leben nichts sicher, planbar oder vorhersehbar ist.
Nun halt eben kollektiv.
Habe gelesen, dass es manchen Menschen mit psychischen Krankheiten teils besser ging, weil sie eben auf einmal nicht mehr gefühlt so allein waren mit ihren Ängsten und Sorgen.
Ging mir leider nicht so. Das hat sich alles ganz schön hochpotenziert.
Wenigstens rast das Jahr weiter schnell dahin. 2020, du hattest wirklich das Zeug dazu, ein tolles Jahr zu werden.
Jetzt wünsche ich mir, wieder einmal, nichts mehr, als dass meine Familie und meine Freunde gesund und munter und zuversichtlich bleiben.
Sonntag, 28. Juni 2020
Dienstag, 18. Februar 2020
In Bewegung
Der erste Monat des neuen Jahres ist wie im Flug vergangen, der zweite schon halb vorbei.
Das Jahr ist in Bewegung. ICH bin in Bewegung. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Hab mir letztes Jahr im November schon einen Tanzkurs rausgesucht, um über die trübe Jahreszeit zu kommen, und das hat mir echt viel geholfen.
Führe ihn nun auch in diesem Jahr fort.
Habe TRE ausprobiert (Abkürzung für "Tension and Trauma Releasing Exercises") und das war auch richtig gut!
Frage mich, warum sowas nicht in der Schule gelehrt wird.
Zusätzlich bin ich immer noch bei meiner Tanztherapeutin für Einzelsitzungen, dort war ich jetzt am Wochenende auch auf einem Workshop. Das Thema war "Komm in deine Kraft", was gerade sehr gut zu meinen Themenfokus passte.
Eine der Teilnehmerinnen dort erzählte, dass sie dort wäre, um "ihr Yin zu stärken". Das fand ich irgendwie schön.
Überhaupt fand ich es sehr berührend, so unterschiedliche Frauen zu erleben, die alle auf dem Weg sind, zu sich selbst, zu mehr Kraft, mehr (Selbst)Vertrauen.
Und dann denke ich, dass das Leben, das so viele Menschen führen, so weit weg ist von dem, was eigentlich wichtig oder gar essentiell ist. 8 Stunden am Tag in irgendwelchen Jobs rumspringen, die sie nicht mögen, Beziehungen führen, nach Mustern leben, die ihnen nicht gut tun.
Dass ich rein durch Bewegung und vor allem Tanz wieder mehr ins Fühlen und zu mir komme, hätte ich so nicht für möglich gehalten. Da war immer der Wunsch in mir, das bloße "Gequatsche" mehr körperlich zu integrieren, aber mir fehlten die Ansätze.
"Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße". (Martin Walser)
Das Jahr ist in Bewegung. ICH bin in Bewegung. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Hab mir letztes Jahr im November schon einen Tanzkurs rausgesucht, um über die trübe Jahreszeit zu kommen, und das hat mir echt viel geholfen.
Führe ihn nun auch in diesem Jahr fort.
Habe TRE ausprobiert (Abkürzung für "Tension and Trauma Releasing Exercises") und das war auch richtig gut!
Frage mich, warum sowas nicht in der Schule gelehrt wird.
Zusätzlich bin ich immer noch bei meiner Tanztherapeutin für Einzelsitzungen, dort war ich jetzt am Wochenende auch auf einem Workshop. Das Thema war "Komm in deine Kraft", was gerade sehr gut zu meinen Themenfokus passte.
Eine der Teilnehmerinnen dort erzählte, dass sie dort wäre, um "ihr Yin zu stärken". Das fand ich irgendwie schön.
Überhaupt fand ich es sehr berührend, so unterschiedliche Frauen zu erleben, die alle auf dem Weg sind, zu sich selbst, zu mehr Kraft, mehr (Selbst)Vertrauen.
Und dann denke ich, dass das Leben, das so viele Menschen führen, so weit weg ist von dem, was eigentlich wichtig oder gar essentiell ist. 8 Stunden am Tag in irgendwelchen Jobs rumspringen, die sie nicht mögen, Beziehungen führen, nach Mustern leben, die ihnen nicht gut tun.
Dass ich rein durch Bewegung und vor allem Tanz wieder mehr ins Fühlen und zu mir komme, hätte ich so nicht für möglich gehalten. Da war immer der Wunsch in mir, das bloße "Gequatsche" mehr körperlich zu integrieren, aber mir fehlten die Ansätze.
"Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße". (Martin Walser)
Donnerstag, 2. Januar 2020
2020
Das Jahrzehnt, in dem meine Söhne geboren wurden, ist zuende gegangen.
Trotz dieses Umstandes, der mich verwirrt und auch ein wenig wehmütig macht, liegen schöne Tage hinter mir.
Weihnachten war toll! Die Dankbarkeit über meine lebendige Familie und meine Freunde, das Gefühl von Geborgenheit und dass das Hier und Jetzt gerade schön und sicher ist, waren vorherrschend.
Ich habe nochmal viel über mich gelernt im vergangenen Jahr. Habe in den letzten Tagen nochmal resümiert über die Jahre zuvor, über den Weg, den ich gegangen bin, über den Weg auf dem ich nun bin.
Nach vielen Höhen und Tiefen hat sich gerade sowas wie Zufriedenheit eingestellt. Ein Innehalten, vermischt mit Vorfreude auf ein neues Jahr. Werden meine Pläne aufgehen? Ein Umzug, ein schöner Urlaub...?
In den letzten Jahren, so hart sie auch oft waren, hat sich alles meist zum Guten gewendet.
Doch Zweifel und Ängste schlummern wachsam, bereit aus ihrer Deckung zu kriechen.
Auch das darf sein und gehört zu meinem Leben. Schließlich habe ich es erlebt, am eigenen Körper, mit meinen eigenen Söhnen, dass alles ganz schnell und ganz unnachgiebig vorbei sein kann.
Auch wenn es widersprüchlich klingt, hilft mir dieses Wissen darum (inzwischen?), die Gegenwart mehr zu genießen und vor allem - wertzuschätzen.
Nichts ist selbstverständlich.
Auf diesem Pfad möchte ich weitergehen, in ein neues Jahr, mit meinen liebsten Menschen.
Auf ein gesundes und schönes Jahr 2020 für uns alle, die auf dem Weg sind!
Dienstag, 3. Dezember 2019
Brief an die Trauer
Liebe Trauer,
du bist nun schon viele Jahre in meinem Leben. Mal sehen wir uns häufiger, mal längere Zeit nur von weitem.
Ich kenne dich schon lange, aber immer nur vom Vorbeigehen.
Als du dann mit Wucht in mein Leben tratest, konnte ich dich erst überhaupt nicht leiden. War wütend auf dich.
Du hast mir all meine Kraft genommen, hast mich zu Boden gerungen. Wenn jemand am Boden liegt, dann lässt man eigentlich von ihm ab. Du bist geblieben. Meine Augen waren ohne Glanz in diesen Wochen, Monaten, als du immer bei mir warst.
Im folgenden Sommer warst du plötzlich auch mal verhindert, ich konnte aufstehen und der trübe Blick lichtete sich ein bisschen.
Ich versuchte, mich von dir loszumachen, aber du kamst doch immer wieder.
Deine Dominanz hast du allerdings Stück für Stück in den Griff bekommen.
Oder habe ich einfach gelernt, mich abzugrenzen?
Wir sind zu Gefährten geworden, du und ich.
Wir sind auf Augenhöhe.
Ich wehre mich nicht, wenn du kommst.
Und du gehst auch wieder, wenn du anderswo gebraucht wirst.
Ich habe verstanden, dass du mir nichts böses willst. Ich brauchte meine Zeit am Boden, um Kraft zu sammeln.
Ich brauchte und brauche die Tränen, die tiefe Traurigkeit, um danach wieder ein Stück weiter auf meinem Weg zu sein.
Ich bin dankbar, dass du auch deine anderen Freunde in mein Leben gebracht hast. Liebe und Zuversicht, Hoffnung und Mut.
Du bist eines der Bindeglieder zu meinen Söhnen, und dafür hab ich dich gern.
du bist nun schon viele Jahre in meinem Leben. Mal sehen wir uns häufiger, mal längere Zeit nur von weitem.
Ich kenne dich schon lange, aber immer nur vom Vorbeigehen.
Als du dann mit Wucht in mein Leben tratest, konnte ich dich erst überhaupt nicht leiden. War wütend auf dich.
Du hast mir all meine Kraft genommen, hast mich zu Boden gerungen. Wenn jemand am Boden liegt, dann lässt man eigentlich von ihm ab. Du bist geblieben. Meine Augen waren ohne Glanz in diesen Wochen, Monaten, als du immer bei mir warst.
Im folgenden Sommer warst du plötzlich auch mal verhindert, ich konnte aufstehen und der trübe Blick lichtete sich ein bisschen.
Ich versuchte, mich von dir loszumachen, aber du kamst doch immer wieder.
Deine Dominanz hast du allerdings Stück für Stück in den Griff bekommen.
Oder habe ich einfach gelernt, mich abzugrenzen?
Wir sind zu Gefährten geworden, du und ich.
Wir sind auf Augenhöhe.
Ich wehre mich nicht, wenn du kommst.
Und du gehst auch wieder, wenn du anderswo gebraucht wirst.
Ich habe verstanden, dass du mir nichts böses willst. Ich brauchte meine Zeit am Boden, um Kraft zu sammeln.
Ich brauchte und brauche die Tränen, die tiefe Traurigkeit, um danach wieder ein Stück weiter auf meinem Weg zu sein.
Ich bin dankbar, dass du auch deine anderen Freunde in mein Leben gebracht hast. Liebe und Zuversicht, Hoffnung und Mut.
Du bist eines der Bindeglieder zu meinen Söhnen, und dafür hab ich dich gern.
Dienstag, 22. Oktober 2019
Kraft und Liebe und Dankbarkeit
Mein liebster kleiner Erik,
5 Jahre bist du nun schon nicht mehr bei mir.
Der 19. Oktober, ein trüber, trauriger Tag.
So viele haben an dich gedacht, haben mir Nachrichten geschickt. Tante J. hat sogar mit Klangschalen und Koshis für dich eine Sprachdatei aufgenommen.
Tante E. schrieb mir, dass sie viel Kraft und Liebe und Dankbarkeit schickt, dafür, dass es dich und deinen Bruder gegeben hat.
Und genau das empfand ich auch, an diesem Tag, in all seiner Untröstlichkeit.
Habe dir an eurem Grab ein kleines Gedicht von Rilke vorgelesen.
Dein Opa, Tante C. und Tante F. und natürlich mein M. standen mir zur Seite. Wir sind danach noch in einem benachbarten Wald spazieren gegangen, es regnete leicht, und trotzdem war es alles irgendwie schön und friedlich.
Im Anschluss gab es Kaffee und Kuchen an einem kleinen Mühlbach, und dann sind wir wieder zurück gefahren.
Abends saß ich noch lange bei Kerzenschein auf dem Sofa, und dachte an den Abend vor 5 Jahren.
Dachte so fest an dich, wie ich dich im Arm hielt, wie draußen ein Sturm tobte.
Es ist und bleibt unfassbar für mich, dass du nicht bleiben konntest.
Dass ich dich nicht aufwachsen sehen darf.
Und gleichzeitig spüre ich die Verbindung zu dir, und in meinen dunkelsten Stunden hat die Liebe zu dir und zu deinem Bruder mich stets getragen.
Danke mein kleiner Schatz, für all die Kraft, die Liebe und die Dankbarkeit, die du mir in mein Leben gebracht hast.
Ich liebe dich, heute und für immer.
5 Jahre bist du nun schon nicht mehr bei mir.
Der 19. Oktober, ein trüber, trauriger Tag.
So viele haben an dich gedacht, haben mir Nachrichten geschickt. Tante J. hat sogar mit Klangschalen und Koshis für dich eine Sprachdatei aufgenommen.
Tante E. schrieb mir, dass sie viel Kraft und Liebe und Dankbarkeit schickt, dafür, dass es dich und deinen Bruder gegeben hat.
Und genau das empfand ich auch, an diesem Tag, in all seiner Untröstlichkeit.
Habe dir an eurem Grab ein kleines Gedicht von Rilke vorgelesen.
Dein Opa, Tante C. und Tante F. und natürlich mein M. standen mir zur Seite. Wir sind danach noch in einem benachbarten Wald spazieren gegangen, es regnete leicht, und trotzdem war es alles irgendwie schön und friedlich.
Im Anschluss gab es Kaffee und Kuchen an einem kleinen Mühlbach, und dann sind wir wieder zurück gefahren.
Abends saß ich noch lange bei Kerzenschein auf dem Sofa, und dachte an den Abend vor 5 Jahren.
Dachte so fest an dich, wie ich dich im Arm hielt, wie draußen ein Sturm tobte.
Es ist und bleibt unfassbar für mich, dass du nicht bleiben konntest.
Dass ich dich nicht aufwachsen sehen darf.
Und gleichzeitig spüre ich die Verbindung zu dir, und in meinen dunkelsten Stunden hat die Liebe zu dir und zu deinem Bruder mich stets getragen.
Danke mein kleiner Schatz, für all die Kraft, die Liebe und die Dankbarkeit, die du mir in mein Leben gebracht hast.
Ich liebe dich, heute und für immer.
Freitag, 27. September 2019
Aus der Welt gefallen
Vorgestern habe ich einen Artikel in einer Frauenzeitschrift gelesen. Ich lag frisch gebadet und befrühstückt in einem ausladenden Hotelbett in Frankfurt und wollte es mir gut gehen lassen.
Eine Autorin, die ich immer gern gelesen habe und deren Schreibstil ich sehr mag, resümierte darin ihre erste Lebenshälfte. Sie ist nun Anfang 50 und erzählte über die Veränderungen, die das Leben so mitbringt.
Habe mich selten so wenig abgeholt gefühlt von einem Artikel. Ich las und las, und fühlte mich wie ein uralter nörgelnder Kritiker.
Mit Brille auf der Nase und geschürzten Lippen.
So so, das Leben in den 30ern, so unbeschwert! Und jetzt, mit über 50, überall Krankheit und Tod. Die eigenen Eltern, die alt und krank werden und sterben, die Fälle im Freundeskreis, die vor der Zeit Siechtum erfahren.
Ich ertappte mich dabei, wie ich diese Autorin beneidete. Über ihr wunderbares normales Leben, so wie es sein sollte.
Ich fühlte mich vor der Zeit gealtert.
Keine Unbeschwertheit, sondern Schwere.
Der Tod, der in mein Leben trat, und die Chronologie der Ereignisse komplett durcheinander warf.
Ich begriff, wieder einmal, dass ich nie haben würde, was sie hat. Ein ganz normales Leben, wie es unzählige führen dürfen.
Einige Tage zuvor hatte ich dieses Gefühl schon mal.
Ich betrachtete zwei meiner liebsten Freundinnen mit ihren Familien. Die beiden kennen sich schon seit Jugendtagen, und nun spielen ihre Kinder miteinander. Es war schön. Das Leben, wie es sein sollte.
Und daneben saß ich, und fühlte mich irgendwie aus dieser Welt gefallen.
Abends ging ich schlafen und dachte fast trotzig, dass ich ja aber auch zweifache Mutter bin.
Wieder in Frankfurt. Mein Mann und ich saßen am Mainufer, die Wolken dunkel und das Wetter nieselig.
100 prozentige vermeintliche Freiheit. Wir können tun und lassen, was wir wollen.
Und ich spürte vor allem wieder die Lücke.
Ich vermisse es so, Familie zu haben.
Vielleicht genau so, wie manche Menschen es vermissen, frei zu sein.
Ich würde diese Freiheit ohne mit der Wimper zu zucken aufgeben, wenn ich nur meine Jungs bei mir hätte.
Ich würde mit meinen Freundinnen im Garten sitzen, und unsere Kinder würden sich gegenseitig die Schippen über die Köpfe ziehen. Wir würden schimpfen und lachen und in unseren Kaffeetassen rumrühren.
Das Leben, wie es sein sollte.
Eine Autorin, die ich immer gern gelesen habe und deren Schreibstil ich sehr mag, resümierte darin ihre erste Lebenshälfte. Sie ist nun Anfang 50 und erzählte über die Veränderungen, die das Leben so mitbringt.
Habe mich selten so wenig abgeholt gefühlt von einem Artikel. Ich las und las, und fühlte mich wie ein uralter nörgelnder Kritiker.
Mit Brille auf der Nase und geschürzten Lippen.
So so, das Leben in den 30ern, so unbeschwert! Und jetzt, mit über 50, überall Krankheit und Tod. Die eigenen Eltern, die alt und krank werden und sterben, die Fälle im Freundeskreis, die vor der Zeit Siechtum erfahren.
Ich ertappte mich dabei, wie ich diese Autorin beneidete. Über ihr wunderbares normales Leben, so wie es sein sollte.
Ich fühlte mich vor der Zeit gealtert.
Keine Unbeschwertheit, sondern Schwere.
Der Tod, der in mein Leben trat, und die Chronologie der Ereignisse komplett durcheinander warf.
Ich begriff, wieder einmal, dass ich nie haben würde, was sie hat. Ein ganz normales Leben, wie es unzählige führen dürfen.
Einige Tage zuvor hatte ich dieses Gefühl schon mal.
Ich betrachtete zwei meiner liebsten Freundinnen mit ihren Familien. Die beiden kennen sich schon seit Jugendtagen, und nun spielen ihre Kinder miteinander. Es war schön. Das Leben, wie es sein sollte.
Und daneben saß ich, und fühlte mich irgendwie aus dieser Welt gefallen.
Abends ging ich schlafen und dachte fast trotzig, dass ich ja aber auch zweifache Mutter bin.
Wieder in Frankfurt. Mein Mann und ich saßen am Mainufer, die Wolken dunkel und das Wetter nieselig.
100 prozentige vermeintliche Freiheit. Wir können tun und lassen, was wir wollen.
Und ich spürte vor allem wieder die Lücke.
Ich vermisse es so, Familie zu haben.
Vielleicht genau so, wie manche Menschen es vermissen, frei zu sein.
Ich würde diese Freiheit ohne mit der Wimper zu zucken aufgeben, wenn ich nur meine Jungs bei mir hätte.
Ich würde mit meinen Freundinnen im Garten sitzen, und unsere Kinder würden sich gegenseitig die Schippen über die Köpfe ziehen. Wir würden schimpfen und lachen und in unseren Kaffeetassen rumrühren.
Das Leben, wie es sein sollte.
Montag, 9. September 2019
5 Jahre
Die Zeit heilt keine Wunden.
Letzte Woche hätten Erik und Paul ihren 5. Geburtstag gehabt.
Das gleiche Prozedere wie in den Jahren zuvor. Morgens Krankenhaus, mittags zum Grab, nachmittags Kaffee und Kuchen.
Ich versuchte, in Verbindung zu meinen Jungs zu gehen. Leider bin ich da mittlerweile fast die Einzige.
Das fröhliche Geplapper meiner Mutter an der Kuchentafel hielt ich kaum aus. Auf ihre Nachfrage, ob mir nicht gut sei, fiel mir nur ein schwaches "Ich bin halt traurig" ein.
Betretenes Schweigen folgte.
Ich fühlte mich wie ein Trauermonster, das überall nur schlechte Stimmung verbreitet.
Ist es zu viel erwartet, dass man mich an einem solchen Tag fragt, wie es mir geht?
Und dann mit der Antwort umgehen muss?
Ja, ich weiß und verstehe, warum meine Familie ist, wie sie ist, und das meine Eltern nicht anders können, weil sie es nie anders gelernt haben. Und selbst so viel Schmerz erleben mussten und müssen und keiner für sie da war.
Aber offener Umgang ist bisher das einzige, was mir halbwegs hilft, mit allem klarzukommen.
Und so latze ich wieder F. zu, meine liebe Freundin, die eh schon so viel mit und von mir tragen musste.
Oder J. und E., bei denen ich ungefiltert alles rauslassen darf.
Und zu guter Letzt mein Mann, der mit dieser ganzen Scheiße streng genommen nicht mal was zu tun hat.
Ich bin wütend. Und traurig. Und so müde von der Welt.
Die Zeit heilt keine Wunden. Die Zeit zeigt nur alle Wunden.
Letzte Woche hätten Erik und Paul ihren 5. Geburtstag gehabt.
Das gleiche Prozedere wie in den Jahren zuvor. Morgens Krankenhaus, mittags zum Grab, nachmittags Kaffee und Kuchen.
Ich versuchte, in Verbindung zu meinen Jungs zu gehen. Leider bin ich da mittlerweile fast die Einzige.
Das fröhliche Geplapper meiner Mutter an der Kuchentafel hielt ich kaum aus. Auf ihre Nachfrage, ob mir nicht gut sei, fiel mir nur ein schwaches "Ich bin halt traurig" ein.
Betretenes Schweigen folgte.
Ich fühlte mich wie ein Trauermonster, das überall nur schlechte Stimmung verbreitet.
Ist es zu viel erwartet, dass man mich an einem solchen Tag fragt, wie es mir geht?
Und dann mit der Antwort umgehen muss?
Ja, ich weiß und verstehe, warum meine Familie ist, wie sie ist, und das meine Eltern nicht anders können, weil sie es nie anders gelernt haben. Und selbst so viel Schmerz erleben mussten und müssen und keiner für sie da war.
Aber offener Umgang ist bisher das einzige, was mir halbwegs hilft, mit allem klarzukommen.
Und so latze ich wieder F. zu, meine liebe Freundin, die eh schon so viel mit und von mir tragen musste.
Oder J. und E., bei denen ich ungefiltert alles rauslassen darf.
Und zu guter Letzt mein Mann, der mit dieser ganzen Scheiße streng genommen nicht mal was zu tun hat.
Ich bin wütend. Und traurig. Und so müde von der Welt.
Die Zeit heilt keine Wunden. Die Zeit zeigt nur alle Wunden.
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