Am Wochenende gab es einen Gedenkgottesdienst für früh verstorbene Kinder, den ich den vergangenen Jahren schon besucht und teilweise durch eigene Beiträge mit gestaltet habe.
Dieses Mal war ich als Besucherin da, und habe am Tag zuvor ein bisschen beim Aufbau geholfen.
Ich stand in der großen Halle und es kam mir vor, als wäre ich erst vorgestern hier gewesen.
Der Schwerpunkt lag auf den Gesprächen mit den anderen Eltern, auch der Vater meiner Kinder war da.
War irgendwie alles kein Problem für mich. Ich fuhr wieder nach Hause und war ruhig und entspannt, fühlte mich gut vorbereitet auf den nächsten Tag.
Sonntagmorgen bin ich aufgewacht und war total durch. Eigentlich wollte ich ohne meinen Freund hingehen, aber plötzlich fühlte ich mich so schrecklich alleine und einsam, das hatte ich ewig nicht mehr so intensiv gefühlt.
Ich habe geheult und rumgeschimpft und der arme Kerl wusste gar nicht, wie ihm geschah, er zog sich schnell an und begleitete mich dann doch.
Ich hab manchmal das Gefühl, mein Exfreund triggert mich immer noch. Die Liebe ist schon ewig passé, die Wut ist auch viel besser geworden, aber in meinem Gehirn sind anscheinend immer noch irgendwo Verknüpfungen gespeichert, die alte Erinnerungen aktivieren und vergangenen Kummer neu einspielen.
So war es mir plötzlich ungemein wichtig, nicht allein zu dieser Veranstaltung zu gehen, jemanden an der Seite zu haben, der mich zwischendurch drückt, der mich stärkt.
Ausgerechnet ich, die sich sonst immer so bemüht, auf eigenen Beinen zu stehen und leidenschaftlich gern feministische Themen diskutiert. Behütet von ihrem zukünftigen Mann.
Nun ja.
Meine Mutter und meine zwei Freundinnen J. und E. waren auch da, und ich bin mir sicher, dass sie mich auch gedrückt hätten.
So saßen wir also in gemeinsam auf unseren Plätzen, ich weinte wieder, zerdrückte meinem Freund die Hand und war plötzlich wieder seltsam milde.
Ich hatte es mir irgendwie komisch vorgestellt, einerseits den Vater von Erik und Paul vorne reden zu hören, und gleichzeitig mit einem anderen Mann da zu sitzen.
Aber dann fühlte sich das plötzlich stimmig an.
Beides kann nebeneinander existieren. Die Wege von meinem Ex und mir haben sich unterschiedlich entwickelt, und das ist okay so.
Letztlich haben wir beide das bekommen, was wir dringend gebraucht haben. Er Freiraum und neue Impulse, ich Sicherheit und Stabilität.
Und so war der Weg nach Hause ein erleichterter.
Die Sonne schien, ich hatte meine wundervollen Söhne beweint und Kerzen für Sie angezündet, und mein Freund und ich fuhren zurück in unser gemeinsames Heim:
in unsere kleine unsichtbare Patchworkfamilie.
Montag, 19. März 2018
Donnerstag, 8. März 2018
Alles neu macht... wieder der April!
Fast ein Jahr ist es nun her, dass ich meinen alten Job gekündigt habe.
Und nun stehe ich auf der Schwelle in einen neuen, es ist tatsächlich der geworden, für den ich im Januar eine Bewerbung geschrieben habe.
In "meinem" geliebten Verein wird eine Stelle in der Verwaltung frei, und ich darf offiziell die Nachfolge antreten.
Gestern habe ich den Arbeitsvertrag unterschrieben.
Es ist so ein wahnwitziges Jahr bisher, und ich bin unglaublich dankbar dafür, wie sich die Dinge entwickelt haben.
Ich habe es einfach mal alles laufen und auf mich zukommen lassen, und auf wundersame Weise fügt sich nun alles zusammen.
Es fällt mir schwer, die Kontrolle abzugeben, dabei weiß ich doch: vieles habe ich nicht in der Hand.
Manchmal ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Manchmal zur falschen Zeit am richtigen Ort. Und manchmal ist einfach alles falsch.
So einfach ist es, so kompliziert ist es.
Und nun stehe ich auf der Schwelle in einen neuen, es ist tatsächlich der geworden, für den ich im Januar eine Bewerbung geschrieben habe.
In "meinem" geliebten Verein wird eine Stelle in der Verwaltung frei, und ich darf offiziell die Nachfolge antreten.
Gestern habe ich den Arbeitsvertrag unterschrieben.
Es ist so ein wahnwitziges Jahr bisher, und ich bin unglaublich dankbar dafür, wie sich die Dinge entwickelt haben.
Ich habe es einfach mal alles laufen und auf mich zukommen lassen, und auf wundersame Weise fügt sich nun alles zusammen.
Es fällt mir schwer, die Kontrolle abzugeben, dabei weiß ich doch: vieles habe ich nicht in der Hand.
Manchmal ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Manchmal zur falschen Zeit am richtigen Ort. Und manchmal ist einfach alles falsch.
So einfach ist es, so kompliziert ist es.
Donnerstag, 1. März 2018
Traumabewältigung
Was mir in den letzten Wochen immer wieder im Kopf rumspukt, ist das Thema Traumabewältigung.
Ich merke, wie ich auf Stress, auch positiven, enorm reagiere. Vor allem auch körperlich.
Mein Zyklus ist beispielsweise völlig außer Rand und Band.
Ich bin oft unruhig, unter Strom, und muss mir richtiggehend Auszeiten verordnen, wenn ich an meine Grenzen stoße.
Letzte Woche zum Beispiel hatte ich jeden Tag etwas vor, was ja Normalität ist bei vielen Menschen.
Diese Woche habe ich bisher komplett auf dem Sofa verbracht, aber auch da merke ich: mein Kopf rattert, ich mache mir Gedanken über die Hochzeit, den neuen Job... Wie ich das alles zusammenbringe, mit meinen Söhnen, meiner lebenden Familie...
Und immer wieder die Frage: wie habe ich die Geschehnisse vor nun fast 3,5 Jahren verarbeitet? Ich habe viel darüber geredet und geschrieben, aber ist es in meiner Seele wirklich integriert?
Ich habe oft Gefühlsstörungen, wenn man das so sagen kann. Phasen wo ich absolut nichts fühle, dann wieder Phasen wo alle Gefühle ungefiltert auf mich einprasseln, traurige wie glückliche.
Ich denke schon lange darüber nach eine Traumatherapie zu machen. Stehe auf der Warteliste, seit Monaten.
Ich glaube, da wartet noch viel unverarbeitetes auf mich. Dabei merke ich auch die Fortschritte. Situationen, die mich vor 2 Jahren noch völlig aus der Fassung brachten, bewältige ich jetzt besser. Die Fassade ist dabei trotzdem nicht die stabilste. Manchmal reichen Kleinigkeiten, um mich in ein Tief zu stürzen. Mein blöder Zyklus zum Beispiel.
Das Gefühl, nicht ausreichend zu funktionieren, hat sich tief eingebrannt.
Ich merke, wie ich auf Stress, auch positiven, enorm reagiere. Vor allem auch körperlich.
Mein Zyklus ist beispielsweise völlig außer Rand und Band.
Ich bin oft unruhig, unter Strom, und muss mir richtiggehend Auszeiten verordnen, wenn ich an meine Grenzen stoße.
Letzte Woche zum Beispiel hatte ich jeden Tag etwas vor, was ja Normalität ist bei vielen Menschen.
Diese Woche habe ich bisher komplett auf dem Sofa verbracht, aber auch da merke ich: mein Kopf rattert, ich mache mir Gedanken über die Hochzeit, den neuen Job... Wie ich das alles zusammenbringe, mit meinen Söhnen, meiner lebenden Familie...
Und immer wieder die Frage: wie habe ich die Geschehnisse vor nun fast 3,5 Jahren verarbeitet? Ich habe viel darüber geredet und geschrieben, aber ist es in meiner Seele wirklich integriert?
Ich habe oft Gefühlsstörungen, wenn man das so sagen kann. Phasen wo ich absolut nichts fühle, dann wieder Phasen wo alle Gefühle ungefiltert auf mich einprasseln, traurige wie glückliche.
Ich denke schon lange darüber nach eine Traumatherapie zu machen. Stehe auf der Warteliste, seit Monaten.
Ich glaube, da wartet noch viel unverarbeitetes auf mich. Dabei merke ich auch die Fortschritte. Situationen, die mich vor 2 Jahren noch völlig aus der Fassung brachten, bewältige ich jetzt besser. Die Fassade ist dabei trotzdem nicht die stabilste. Manchmal reichen Kleinigkeiten, um mich in ein Tief zu stürzen. Mein blöder Zyklus zum Beispiel.
Das Gefühl, nicht ausreichend zu funktionieren, hat sich tief eingebrannt.
Dienstag, 27. Februar 2018
Im Wesentlichen
Die letzten Wochen sind wie im Nu verflogen.
Die Hochzeitsvorbereitungen laufen auf Hochtouren!
Mir hat schon lange etwas nicht mehr so viel Freude bereitet, wie dieser ganze Orgakram.
Okay, die Kontaktaufnahme mit dem Standesamt lief etwas mühselig, aber auch da kam der Tag, an dem ich mal jemand ans Telefon bekam.
Der Tag steht nun fest, wir haben eine Kirche und eine Location für die Feier.
Klein soll es werden, im engsten Kreis von Familie und Freunden.
Dafür ist das Brautkleid eine Nummer größer ausgefallen, als gedacht. Nicht weil ich so mopsig bin, aber ich hatte immer an etwas schlichtes gedacht.
Letzte Woche bin ich mit meiner Mutter und meiner Schwester losgezogen, "nur mal gucken". Tja, und da hatte ich dieses Kleid an, und leider wollte es mich und ich wollte es auch. Was soll man machen!
Überhaupt ist es manchmal herausfordernd, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Zwei Menschen, die sich lieben und ihr Leben miteinander verbringen möchten.
Und dann denkt man über Deko nach, was ist eigentlich mit einem Fotografen, warum machen die alle nur noch Hochzeitsreportagen und wer soll das bezahlen?
Letzte Nacht habe ich geträumt, dass ich am Tag X keine ordentliche Frisur und kein Make-Up hatte und dann noch total gestresst durch die Stadt gefahren bin, um am Ende bei einem marokkanischen Restaurant zu landen, das zufällig auch eine Visagistin hatte.
Besinnung auf das Wesentliche. Genau.
Erik und Paul sind ein großes Thema. Ich möchte sie unbedingt mit einbinden, weiß aber noch nicht recht, wie.
Zwei Freundinnen hatten schon angeboten, vielleicht etwas vorzulesen während der Trauung.
Auf jeden Fall möchte ich im Anschluss daran zum Grab der beiden fahren.
Meine Mama möchte drei Brautsträuße binden, einen großen und zwei kleine.
Vielleicht können wir nochmal Luftballons steigen lassen.
Es werden sich sicher noch Ideen finden.
Die Hochzeitsvorbereitungen laufen auf Hochtouren!
Mir hat schon lange etwas nicht mehr so viel Freude bereitet, wie dieser ganze Orgakram.
Okay, die Kontaktaufnahme mit dem Standesamt lief etwas mühselig, aber auch da kam der Tag, an dem ich mal jemand ans Telefon bekam.
Der Tag steht nun fest, wir haben eine Kirche und eine Location für die Feier.
Klein soll es werden, im engsten Kreis von Familie und Freunden.
Dafür ist das Brautkleid eine Nummer größer ausgefallen, als gedacht. Nicht weil ich so mopsig bin, aber ich hatte immer an etwas schlichtes gedacht.
Letzte Woche bin ich mit meiner Mutter und meiner Schwester losgezogen, "nur mal gucken". Tja, und da hatte ich dieses Kleid an, und leider wollte es mich und ich wollte es auch. Was soll man machen!
Überhaupt ist es manchmal herausfordernd, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Zwei Menschen, die sich lieben und ihr Leben miteinander verbringen möchten.
Und dann denkt man über Deko nach, was ist eigentlich mit einem Fotografen, warum machen die alle nur noch Hochzeitsreportagen und wer soll das bezahlen?
Letzte Nacht habe ich geträumt, dass ich am Tag X keine ordentliche Frisur und kein Make-Up hatte und dann noch total gestresst durch die Stadt gefahren bin, um am Ende bei einem marokkanischen Restaurant zu landen, das zufällig auch eine Visagistin hatte.
Besinnung auf das Wesentliche. Genau.
Erik und Paul sind ein großes Thema. Ich möchte sie unbedingt mit einbinden, weiß aber noch nicht recht, wie.
Zwei Freundinnen hatten schon angeboten, vielleicht etwas vorzulesen während der Trauung.
Auf jeden Fall möchte ich im Anschluss daran zum Grab der beiden fahren.
Meine Mama möchte drei Brautsträuße binden, einen großen und zwei kleine.
Vielleicht können wir nochmal Luftballons steigen lassen.
Es werden sich sicher noch Ideen finden.
Sonntag, 14. Januar 2018
Ja zum Leben, ja zur Liebe
2018 hat mit einem großen, wunderbaren Knall begonnen.
Mein Freund hat mich in den frühen Stunden des neuen Jahres gefragt, ob ich seine Frau werden möchte.
Der Mond brach durch die Wolkendecke, und ich kicherte hysterisch wie ein Teenager. Es war kitschig, es war rührend, es war wunderschön.
Habe natürlich ja gesagt.
Schon lange haben wir uns immer wieder mal übers heiraten unterhalten, daher kam es nicht GANZ überraschend.
Aber der Ort und die Zeit, die waren es auf jeden Fall. Hoch oben über den Dächern seiner Heimatstadt, nur wir zwei, mit Blick ins Tal.
Seitdem lebe ich einen totalen Endorphintrip.
Mit ganz vielen Ups und einem Down.
Das Down kam an meinem Geburtstag. Morgens raspelte ich weinend Karotten für Rüblimuffins. Die Tränen liefen in Strömen, einfach so.
Ich vermisste meine Söhne so sehr, denn auch diesen großen Tag im Leben ihrer Mama würden sie nicht miterleben.
Ich weinte und weinte, und nachmittags kam Besuch, und ich war wieder froh. Meine engsten Freunde und unsere Familien haben so lieb auf die Verlobung reagiert, und auch mein Geburtstag wurde gefeiert. Die Liebe und das Leben.
Einige Tage vergingen, dann erzählte mir meine Freundin J. von einer Arbeitsstelle, die dieses Jahr frei würde, ob ich nicht Interesse hätte. So schnell habe ich noch nie eine Bewerbung auf die Beine gestellt :D
Zudem wurde mir über die Arbeitsagentur in Aussicht gestellt, eine Weiterbildung machen zu können.
Vielleicht kann ich so meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt noch erhöhen.
Wer weiß was noch kommt in diesem Jahr. Das Leben ist so fragil und es melden sich immer wieder Ängste.
Aber diesen abgefahrenen Start ins neue Jahr kann mir keiner mehr nehmen.
Auf das Leben, und auf die Liebe!
Mein Freund hat mich in den frühen Stunden des neuen Jahres gefragt, ob ich seine Frau werden möchte.
Der Mond brach durch die Wolkendecke, und ich kicherte hysterisch wie ein Teenager. Es war kitschig, es war rührend, es war wunderschön.
Habe natürlich ja gesagt.
Schon lange haben wir uns immer wieder mal übers heiraten unterhalten, daher kam es nicht GANZ überraschend.
Aber der Ort und die Zeit, die waren es auf jeden Fall. Hoch oben über den Dächern seiner Heimatstadt, nur wir zwei, mit Blick ins Tal.
Seitdem lebe ich einen totalen Endorphintrip.
Mit ganz vielen Ups und einem Down.
Das Down kam an meinem Geburtstag. Morgens raspelte ich weinend Karotten für Rüblimuffins. Die Tränen liefen in Strömen, einfach so.
Ich vermisste meine Söhne so sehr, denn auch diesen großen Tag im Leben ihrer Mama würden sie nicht miterleben.
Ich weinte und weinte, und nachmittags kam Besuch, und ich war wieder froh. Meine engsten Freunde und unsere Familien haben so lieb auf die Verlobung reagiert, und auch mein Geburtstag wurde gefeiert. Die Liebe und das Leben.
Einige Tage vergingen, dann erzählte mir meine Freundin J. von einer Arbeitsstelle, die dieses Jahr frei würde, ob ich nicht Interesse hätte. So schnell habe ich noch nie eine Bewerbung auf die Beine gestellt :D
Zudem wurde mir über die Arbeitsagentur in Aussicht gestellt, eine Weiterbildung machen zu können.
Vielleicht kann ich so meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt noch erhöhen.
Wer weiß was noch kommt in diesem Jahr. Das Leben ist so fragil und es melden sich immer wieder Ängste.
Aber diesen abgefahrenen Start ins neue Jahr kann mir keiner mehr nehmen.
Auf das Leben, und auf die Liebe!
Donnerstag, 28. Dezember 2017
Im Wandel der Zeit
Weihnachten ist überstanden! Yeah!
Und ich freue mich sagen zu können, dass ich die Tage überwiegend als sehr schön und entspannt empfunden habe.
Alles hat geleuchtet und alle waren friedlich miteinander.
An Heiligabend waren wir vormittags auf dem Friedhof, um einen Zweig von unserem Weihnachtsbaum zum Grab zu bringen. Meine Mutter und ihr Mann hatten am Tag zuvor schon ihren halben Baum dort aufgebaut, so dass ich mich ein bisschen mickrig fühlte mit meinem kleinen Ästchen. Aber naja, der gute Wille zählt und so!
Auf dem Friedhof war es voll, und es herrschte eine beinahe fröhliche Atmosphäre an den Nachbargräbern. Was ich ziemlich befremdlich fand, Heiligabend und Friedhof in einem Satz schließt für mich gute Laune irgendwie aus. Ich weiß noch wie ich dachte "die armen Leute bei denen es jetzt noch ganz frisch, und Weihnachten die absolute Hölle ist!"
Habe später auf dem Nachhauseweg dann wiederum darüber nachgedacht - was hat sich bei mir verändert in den letzten 3 Jahren?
Das erste Weihnachten nach dem Tod von Paul und Erik fiel komplett aus. Wir waren abends noch in der Kirche, weil es den Vater der beiden und mich dort hinzog, aber ansonsten: nope.
Ich wollte keine Geschenke (es gab nur diesen einen einzigen Wunsch den ich hatte, und das war meine Kinder zurück zu bekommen) und fähig irgendwas zu kochen oder zu schenken oder zu schmücken war ich auch nicht.
Das zweite Weihnachten danach habe ich nicht mehr so gut in Erinnerung. Ich war noch recht frisch mit meinem damals neuen Freund zusammen, und Heiligabend habe ich mit ihm und meinem Vater und meiner Schwester verbracht, so als "Hopping Dinner", mit den verschiedenen Gängen in verschiedenen Wohnungen. Das war auf jeden Fall ziemlich anstrengend und wurde für nicht wiederholungswürdig befunden ;)
Weihnachten Nummer 3 war dann echt schön, bei der Familie meines Freundes in seiner Heimatstadt, und dieses Jahr war es nun also schon das vierte Weihnachten, das ich ohne meine Söhne feiern musste.
Aber sie waren dabei, auf ihre Art und Weise. Zu Hause brannten ihre Kerzen, und ich bin mir ganz sicher dass sie spürten und sich darüber freuten, dass ihre Mama im albernen Weihnachtspulli gerade eine nette Zeit mit ihrer lebenden Familie hatte.
Sie sind zu inneren Figuren für mich geworden. Sie fehlen mir fürchterlich, aber gleichzeitig "weiß" ich: sie sind bei mir. Sie wünschen sich, dass ihre Mama glücklich ist. Anders glücklich als zuvor, aber nicht gebrochen und zerstört.
Und ich hatte ihnen damals versprochen, dass ich alles dafür tue, damit ich wieder glücklich werde.
Glück ist in meinen Augen kein beständiges Gut. Es sind kleine Momente, und diese spüren zu dürfen, zu können, das empfinde ich als pures, tiefes Leben und Erleben.
Das Leben in seiner ganzen Fülle...
Es wird noch vieles bereit halten, gutes wie schlechtes, und es wird auch für mich wieder Phasen geben, wo ich das nicht spüren kann und in denen ich wütend und voller Schwärze bin - dann ist es eben so.
Es gibt keine Wege um die Trauer herum.
Wir alle müssen unsere eigenen Wege finden und gehen.
Und ich bin dankbar für die Gefährten auf meiner Reise.
Und ich wünsche uns allen, die wir trauern und die tiefsten Abgründe in uns kennen, dass wir nie dauerhaft die Hoffnung verlieren.
Bald ist 2017 vorbei. Ein aufregendes, ein stilles, ein mutiges und ein zurückgezogenes Jahr in meinem Leben geht zu Ende.
Mal wieder - auf ein neues.
Und ich freue mich sagen zu können, dass ich die Tage überwiegend als sehr schön und entspannt empfunden habe.
Alles hat geleuchtet und alle waren friedlich miteinander.
An Heiligabend waren wir vormittags auf dem Friedhof, um einen Zweig von unserem Weihnachtsbaum zum Grab zu bringen. Meine Mutter und ihr Mann hatten am Tag zuvor schon ihren halben Baum dort aufgebaut, so dass ich mich ein bisschen mickrig fühlte mit meinem kleinen Ästchen. Aber naja, der gute Wille zählt und so!
Auf dem Friedhof war es voll, und es herrschte eine beinahe fröhliche Atmosphäre an den Nachbargräbern. Was ich ziemlich befremdlich fand, Heiligabend und Friedhof in einem Satz schließt für mich gute Laune irgendwie aus. Ich weiß noch wie ich dachte "die armen Leute bei denen es jetzt noch ganz frisch, und Weihnachten die absolute Hölle ist!"
Habe später auf dem Nachhauseweg dann wiederum darüber nachgedacht - was hat sich bei mir verändert in den letzten 3 Jahren?
Das erste Weihnachten nach dem Tod von Paul und Erik fiel komplett aus. Wir waren abends noch in der Kirche, weil es den Vater der beiden und mich dort hinzog, aber ansonsten: nope.
Ich wollte keine Geschenke (es gab nur diesen einen einzigen Wunsch den ich hatte, und das war meine Kinder zurück zu bekommen) und fähig irgendwas zu kochen oder zu schenken oder zu schmücken war ich auch nicht.
Das zweite Weihnachten danach habe ich nicht mehr so gut in Erinnerung. Ich war noch recht frisch mit meinem damals neuen Freund zusammen, und Heiligabend habe ich mit ihm und meinem Vater und meiner Schwester verbracht, so als "Hopping Dinner", mit den verschiedenen Gängen in verschiedenen Wohnungen. Das war auf jeden Fall ziemlich anstrengend und wurde für nicht wiederholungswürdig befunden ;)
Weihnachten Nummer 3 war dann echt schön, bei der Familie meines Freundes in seiner Heimatstadt, und dieses Jahr war es nun also schon das vierte Weihnachten, das ich ohne meine Söhne feiern musste.
Aber sie waren dabei, auf ihre Art und Weise. Zu Hause brannten ihre Kerzen, und ich bin mir ganz sicher dass sie spürten und sich darüber freuten, dass ihre Mama im albernen Weihnachtspulli gerade eine nette Zeit mit ihrer lebenden Familie hatte.
Sie sind zu inneren Figuren für mich geworden. Sie fehlen mir fürchterlich, aber gleichzeitig "weiß" ich: sie sind bei mir. Sie wünschen sich, dass ihre Mama glücklich ist. Anders glücklich als zuvor, aber nicht gebrochen und zerstört.
Und ich hatte ihnen damals versprochen, dass ich alles dafür tue, damit ich wieder glücklich werde.
Glück ist in meinen Augen kein beständiges Gut. Es sind kleine Momente, und diese spüren zu dürfen, zu können, das empfinde ich als pures, tiefes Leben und Erleben.
Das Leben in seiner ganzen Fülle...
Es wird noch vieles bereit halten, gutes wie schlechtes, und es wird auch für mich wieder Phasen geben, wo ich das nicht spüren kann und in denen ich wütend und voller Schwärze bin - dann ist es eben so.
Es gibt keine Wege um die Trauer herum.
Wir alle müssen unsere eigenen Wege finden und gehen.
Und ich bin dankbar für die Gefährten auf meiner Reise.
Und ich wünsche uns allen, die wir trauern und die tiefsten Abgründe in uns kennen, dass wir nie dauerhaft die Hoffnung verlieren.
Bald ist 2017 vorbei. Ein aufregendes, ein stilles, ein mutiges und ein zurückgezogenes Jahr in meinem Leben geht zu Ende.
Mal wieder - auf ein neues.
Donnerstag, 21. Dezember 2017
Weihnachtszeit
"Weihnachtszeit, Weihnachtszeit, macht euch für das Fest bereit..."
Ich kann immer noch keine Lieder von Rolf Zuckowski hören, ohne davon schwermütig zu werden.
Generell, Weihnachtslieder - mein Freund und ich haben eine Weihnachtsplaylist erstellt, und es fühlte sich für mich an wie harte Arbeit.
Ich habe seit dem Tod von Erik und Paul keine Weihnachtslieder mehr gehört, ist mir aufgefallen.
Das 4. Mal Weihnachten ohne die beiden.
Ab und zu blitzt ein bisschen Weihnachtszauber auf. Der geschmückte Tannenbaum, Kekse backen, die Vorfreude in den Augen meines Freundes ...
Und dann wieder Tränen. Beim Einpacken der Geschenke durchfuhr mich plötzlich der Gedanke, dass ich so noch in den nächsten ~50 Jahren sitzen werde - Geschenke einpackend, ohne die beiden.
Es fühlte sich so aussichtslos an. Der ewige Kampf, gute Momente gegen schlechte Momente.
Aber vielleicht ist es ja auch gar kein Kampf, sondern eine Einheit.
Am 10. Dezember war wieder Worldwide Candle Lighting - ich war wieder mit Freunden und Familie im Hamburger Michel, und es war wie auch im letzten Jahr groß, überwältigend, schön und traurig. Gute Momente, schlechte Momente.
Mit meiner Freundin J., auch eine verwaiste Mama, habe ich eine - achtung langes Wort - Weihnachtsmarktkonfrontationstherapie gemacht. Ok, wir haben ein bisschen geschummelt und sind vormittags hingegangen.
Hab es aber auch einmal mit ehemaligen Kolleginnen und nochmal mit meiner Familie geschafft.
Auf den Fotos, die auf letzterem Besuch entstanden, sehe ich richtig glücklich aus.
Weihnachten wird für mich nie wieder so wie früher sein. Kann es auch gar nicht. Ich merke, wie ich mehr und mehr in dieses neue Leben hineinwachse. in die guten Momente, und in die schlechten.
Beides verbinden und leben möchte, die Liebe und die Traurigkeit.
Ich kann immer noch keine Lieder von Rolf Zuckowski hören, ohne davon schwermütig zu werden.
Generell, Weihnachtslieder - mein Freund und ich haben eine Weihnachtsplaylist erstellt, und es fühlte sich für mich an wie harte Arbeit.
Ich habe seit dem Tod von Erik und Paul keine Weihnachtslieder mehr gehört, ist mir aufgefallen.
Das 4. Mal Weihnachten ohne die beiden.
Ab und zu blitzt ein bisschen Weihnachtszauber auf. Der geschmückte Tannenbaum, Kekse backen, die Vorfreude in den Augen meines Freundes ...
Und dann wieder Tränen. Beim Einpacken der Geschenke durchfuhr mich plötzlich der Gedanke, dass ich so noch in den nächsten ~50 Jahren sitzen werde - Geschenke einpackend, ohne die beiden.
Es fühlte sich so aussichtslos an. Der ewige Kampf, gute Momente gegen schlechte Momente.
Aber vielleicht ist es ja auch gar kein Kampf, sondern eine Einheit.
Am 10. Dezember war wieder Worldwide Candle Lighting - ich war wieder mit Freunden und Familie im Hamburger Michel, und es war wie auch im letzten Jahr groß, überwältigend, schön und traurig. Gute Momente, schlechte Momente.
Mit meiner Freundin J., auch eine verwaiste Mama, habe ich eine - achtung langes Wort - Weihnachtsmarktkonfrontationstherapie gemacht. Ok, wir haben ein bisschen geschummelt und sind vormittags hingegangen.
Hab es aber auch einmal mit ehemaligen Kolleginnen und nochmal mit meiner Familie geschafft.
Auf den Fotos, die auf letzterem Besuch entstanden, sehe ich richtig glücklich aus.
Weihnachten wird für mich nie wieder so wie früher sein. Kann es auch gar nicht. Ich merke, wie ich mehr und mehr in dieses neue Leben hineinwachse. in die guten Momente, und in die schlechten.
Beides verbinden und leben möchte, die Liebe und die Traurigkeit.
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